Yezidische StudentInnen Bremen (YSB)

Gelungene Veranstaltung an der Universität Bremen

Yezidische StudentInnen Bremen; (von l. n. r.) Julia Schoetzau, Nezîha Ciftcî, Sozdar Tunc, Nauaf Raschu, Esmer Tunc, Zekiya Göktaş, Berivan Tunc, Şêx Fîras, Zozan Özdogan, Mazmiya Tunc und Serhat Agam | Foto| JiyanVideo

Yezidische StudentInnen Bremen; (von l. n. r.) Julia Schoetzau, Nezîha Ciftcî, Sozdar Tunc, Nauaf Raschu, Esmer Tunc, Zekiya Göktaş, Berivan Tunc, Şêx Fîras,
Zozan Özdogan, Mazmiya Tunc und Serhat Agam | Foto| JiyanVideo

In der esidischen Gemein­schaft in Bremen ist jede Menge Bewegung. Auch die Yezidische StudentInnen Bremen (YSB) machen mit einer gelungenen Veranstal­tung zu den laufenden Fei­ertagen der Esiden auf sich aufmerksam. Sowohl die Or­ganisation als auch der Ab­lauf der Debutveranstaltung ist den YSB mehr als gelun­gen.

Die StudentInnen konnten für ihre erste Veranstaltung verschiedenste Vertreter von Vereinen, wie dem Ye­zidische Forum Oldenburg, der Yezidischen Gemeinde Osterholz-Scharmbeck und Persönlichkeiten wie Dr. Christoph Fantini, Lehrbe­auftragter der Uni Bremen für den Arbeitsbereich „Interkul­turelle Bildung“, sowie dem esidischen Gelehrten Adnan Xeravayi, dem Kurdischleh­rer Emîn Akbaş als auch eine Vertreterin des „Frauenzim­mers“ vorweisen. Für medi­ale Unterstützung sorgte der esidische Fernsehsender Çira TV als auch JiyanVi­deo. Ihren Gästen wurden die Organisatoren durch ein zweisprachiges Programm gerecht.

Die Universität Bremen, die sich als Campus der Vielfalt versteht, hat kulturell und religiös unterschiedli­che Persönlichkeiten vor­zuweisen. Aufgrund dieser Vielschichtigkeit haben sich unterschiedliche Hochschul­gruppen an der Uni Bremen etabliert. Sie sind politisch, gesellschaftlich und/oder kul­turell aktiv. Ein Novum bildet dabei die Hochschulgrup­pe „YSB“, die im Juni 2013 einstimmig vom Allgemei­nen Studierendenausschuss (AstA) an der Universität Bremen anerkannt wurden. Ihre Arbeit beschreiben die esidischen StudentInnen auf der Internetseite des AStAs´ wie folgt:

„Wir wollen an der Uni ak­tiv sein, zur Völkerverständi­gung beitragen, hochschul­politische Arbeit leisten, mit anderen Hochschulgruppen kooperieren und somit ein Garant für interkulturelle Ver­ständigung sein. Ferner wol­len wir über unseren Glauben aufklären, Vorurteile abschaf­fen und dem Yezidentum an der Universität Bremen ein Gesicht verleihen.“

Begonnen wurde das Pro­gramm mit einer Schweige­minute für die esidischen Genozidopfer der Vergan­genheit. Damit bewies die YSB nicht nur, dass sie der Bedeutung der Festveran­staltung einen hohen Wert beimisst, sondern auch Sen­sibilität für ihre eigene Ge­schichte und Herkunft. Es folgten ein Begrüßungswort durch die Hochschulgrup­pe und ein Beitrag von Julia Schoetzau, die an der Uni­versität Bremen Erziehungs-und Bildungswissenschaften studiert. Der Hauptvortrag über die Bedeutung der Feste Eyda Şêşims, Eyda Xwuda­na und Eyda Êzîd (dt. Fest zu Ehren der Sonne, der Famili­enheiligen und zu Ehren von Gott) wurde von vier Mitglie­dern der Hochschulgruppe vorgetragen. Der esidische Gelehrte Adnan Xeravayi hob die Wichtigkeit dieser Feste in kurdischer Sprache für die TeilnehmerInnen hervor und appellierte an die Solidari­tät der esidischen Gemein­schaft. Esidische Gebete trug auch der junge Sheikh Fîras vor.

Ein üppiges Buffet mit tra­ditionell esidischen Spezi­alitäten folgte im Anschluss an die Vorträge. Das Buffet wurde durch die zahlreichen Gäste bereitgestellt, die mit dem Essen an ihre verstor­benen Angehörigen erin­nerten (kurd. Xêra miriya). Abgerundet wurde die Ver­anstaltung durch Musik von Koma Fakîra. Sehr erfreu­lich war dabei der musikali­sche Beitrag der alevitischen Gäste und Studenten Diyar und Azad, die die esidische Hymne Şerfedîne und Sema in Begleitung einer Saz vor­trugen.

Die YSB leistete mit ihrer Veranstaltung einen wich­tigen Beitrag zur Erhaltung und Pflege des esidischen Erbes bei und konnten den rund 100 anwesenden Gäs­ten ein abwechslungsreiche Veranstaltung bieten. Die YSB plant auch in Zukunft weitere Veranstaltungen.

Ich wünsche den YSB im Namen der Laliş-Dialog Redaktion viel Erfolg für die Zukunft!

»Hayrî Demir

 

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