„Wenn man einen Traum hat darf man nie aufgeben“ Im Gespräch mit Shootingstar Servet Kizilboga

Servet Kizilboga | Foto| Profilbild

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»Maver Kolosoglu

Laliş Dialog traf den 21-jäh­rigen Nachwuchsfußballer Servet Kizilboga zum Inter­view. Angefangen mit 6 Jah­ren bei Germania Walsrode bis hin zu TSV Ottersberg spielte er in der letzten Sai­son erfolgreich beim Roten­burger SV. Aktuell spielt Ser­vet Kizilboga erfolgreich beim Oberligisten TuS Celle FC.

Laliş-Dialog: Warum woll­test du unbedingt Fußballer werden?

S. Kizilboga: Als kleiner Junge hatte ich immer den Traum Fußballer zu werden. Mein Vater, der selber eine lange Zeit Fußballer war, hat mir mein erstes Trikot von meinem Lieblingsverein Ga­latasaray Istanbul und einen Fußball geschenkt. Seit dem bin ich mit voller Leidenschaft dabei.

Laliş-Dialog: Inwieweit ha­ben dich deine Eltern auf dei­nem Weg unterstützt?

S. Kizilboga: Zu der Zeit als ich noch keinen Führerschein hatte, fuhr mich mein Vater immer mit dem Auto zum Training nach Walsrode. Ab und zu schaute er sich auch an den Wochenenden meine Spiele an. Ich war immer sehr aufgeregt wenn ich wusste, dass er auch da ist. Meine Mutter war nicht wirklich be­geistert. Sie hatte eher Angst und Sorge um mich, dass ich mich verletze im Spiel.

Laliş-Dialog: Was muss ein guter Fußballer für Eigen­schaften mitbringen?

S. Kizilboga: Zu einem guten Fußballer gehört sehr viel Disziplin und Power. Man muss mehr als nur hundert Prozent beim Training und bei den Spielen geben. Ich sel­ber trainiere so, als ob jedes Mal eine Weltmeisterschaft bevorsteht. Deshalb bin ich heute auch da wo ich bin. Man muss sich nach seinem Plan halten und muss dann auch mal auf Feiern verzich­ten, wenn alle Kumpels anru­fen und du hast am nächsten Tag ein Spiel. Außerdem ist die Ernährung sehr wichtig, auch wenn es bei der kurdi­schen Küche sehr schwierig ist seinen Diätplan einzuhal­ten (lacht).

Laliş-Dialog: Wie wichtig war dir neben dem Fußball die Schule?

S. Kizilboga: Schule war für mich immer sehr wichtig. Deshalb bestand ich darauf zuerst meinen erweiterten Realabschluss zu machen bevor dann der Wechsel in die Oberliga kam. Ich hätte gerne mein Fachabitur noch gemacht aber zeitlich war dies dann nicht mehr möglich.

Laliş-Dialog: Gab es denn Momente den Fußball aufzu­geben?

S. Kizilboga: Klar, wenn man lange Zeit verletzt ist oder es funktioniert nicht alles so wie man sich das vorstellt dann denkt man schon daran. Aber man schläft dann eine Nacht darüber und am nächs­ten Tag sieht alles wieder an­ders aus. Wenn man einen Traum hat darf man nie auf­geben. Das ist sehr wichtig.

Laliş-Dialog: Welche Vor­bilder hast du und siehst du dich selber als Vorbild?

S. Kizilboga: Fußballe­risch ist Zinedin Zidane mein Vorbild. Für mich der beste Spielmacher aller Zeiten. Ich selber sehe mich noch nicht als Vorbild. Für meine Ge­schwister bin ich vielleicht ein Vorbild als großer Bruder.

Laliş-Dialog: Welche Titel würdest du gerne gewinnen wollen?

S. Kizilboga: Am liebsten die deutsche Meisterschaft in der Bun­desliga oder die Champions League, aber mein aller größter Traum wäre bei einer Weltmeisterschaft zu spielen sei es für Deutschland oder der Türkei. Hauptsache ich bin dabei.

Laliş-Dialog: Was war bis jetzt dein schönster Moment im Fußball?

S. Kizilboga: Natürlich der Moment als wir die Meister­schaft mit TSV Ottersberg in der Landesliga gewonnen haben aber auch der Sprung mit 17 Jahren in die Oberliga. Ansonsten hoffe ich auf viele weitere schöne Momente ( lacht).

Laliş-Dialog: Nenne drei Stärken und Schwächen von dir?

S. Kizilboga: (lacht) Fan­gen wir doch mal mit den Schwächen an. Mir fallen keine ein. Zu meinen Stär­ken zähle ich definitiv mein Selbstbewusstsein, meine Zielstrebigkeit und Disziplin.

Laliş-Dialog: Was bedeu­tet dir allgemein deine Reli­gion? Hast du irgendwelche Rituale vor oder nach den Spielen?

S. Kizilboga: Religion spielt eine wichtige Religion in mei­nem Leben, weil ich meine Herkunft und meine Religion nicht vergessen möchte. Ich versuche dies auch nach au­ßen zu tragen. Ich bete immer vor dem Spiel. Vorher küsse ich mein „Giroschk“ und trage es dann in der Hosentasche mit. Das gibt mir immer Kraft und ich fühle mich besser.

Laliş-Dialog: Was kannst du esidischen Jugendlichen auf den Weg geben, die den­selben Traum haben wie du?

S. Kizilboga: Diszipliniert sein und sich von der Au­ßenwelt nicht beeinflussen lassen. Seinen eigenen Weg gehen und auf seine Familie hören. Man sollte auch immer ein bisschen sein eigener Fan sein und an sich glauben. Wenn man verletzt ist immer weiter machen, sich Spiele anschauen und ins Stadion gehen und immer am Ball bleiben. Dann klappt’s auch mit dem Traum.

Laliş-Dialog: Was hast du noch für Wünsche für die Zu­kunft?

S. Kizilboga: Ich wünsche mir irgendwann die Schlag­zeile zu lesen, dass ich es geschafft habe und fußbal­lerisch ganz oben angekom­men bin in der Profiliga, um dann mit Messi kicken zu dür­fen (grinst). Natürlich spielt Gesundheit eine große Rolle. Deshalb wünsche ich meiner Familie und mir, dass wir ge­sund bleiben.

Laliş-Dialog: Vielen Dank und wir wünschen Dir auf die­sem Weg alles Gute.

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