GOODBYE CELLE AND HELLO GOSHEN 2

Zehn Monate in einem fremden Land

Serhat Kizilhan in New York (privat)

Serhat Kizilhan in New York (privat)

Zum Unterricht nach Goshen/ Indiana: Der 18-jährige Ser­hat Kizilhan aus Celle hat uns bereits in der ersten Ausgabe des Laliş-Dialoges einen ersten Einblick in seinen Alltag werfen lassen. Welche Erfahrungen und Erlebnisse er weiterhin bei seinem zehnmonatigen Aufent­halt in den USA gemacht hat, schreibt er uns wieder exklusiv in seinem zweiten Teil seines Auslandstagebuches. Ende Juni ist der Schüler wieder zu­rück in Deutschland.

Auslandstagebuch von Serhat Kizilhan:

„ Wir haben es mittlerweile mitte Oktober. Wie schnell die Tage doch hier in den USA vergehen ist unglaublich. Vielleicht liegt es auch daran, dass wir täglich was unternehmen und an den Wochenenden meistens in an­dere Städte reisen und nicht so sehr an die Zeit denken wie es in Deutschland üblich ist.

Ein Erlebnis, das ich nie ver­gessen werde, war der Aus­flug nach Chicago mit den über dreißig weiteren internationalen Austauschschülern der AFS Organisation. Gemeinsam fuh­ren wir mit dem Bus Richtung „Downtown“. Angekommen im Millennium Park, dort wo schon hunderte von berühmten Fil­men gedreht wurden sind, ha­ben wir den ersten Blick auf die riesigen Hochhäuser geworfen und uns „the Bean“ angeguckt. Gegen Mittag sind wir in das John Hancock Building gegan­gen, um was zu essen. Nein hier in Amerika dreht sich nicht alles um das Essen aber das besondere daran war, dass sich das Buffet im 96. Stock befand. Ein unglaublicher Ausblick aus einer schwindelerregenden Höhe.

Einen Monat später reiste ich mit meiner Gastfamilie nach Florida, um eine Woche Urlaub zu machen. Im Gegensatz zu Goshen, da wo ich eigentlich untergebracht bin und es we­sentlich kälter ist, war Florida der Wahnsinn. Ein Traum von Sonne, Strand und Meer. Wäh­rend meine Freunde am Frieren waren, war ich bei knapp 30 Grad am Strand und im Golf von Mexiko schwimmen. So kann man es sich auch gut gehen lassen, dachte ich mir. Abends habe ich im Garten am Pool ge­schlafen und wurde am Morgen von der Sonne geweckt.

Im Dezember bin ich mit mei­nem Gastvater zu meinem ersten professionellen Basket­ballspiel gegangen. Wir haben uns das Spiel von den Pacers gegen die Suns angeschaut. Basketball ist in den USA sehr angesehen und die Zuschauer­plätze sind immer ausverkauft.

Die Weihnachtstage habe ich mit meiner Gastfamilie und de­ren Familie verbracht. Über Sil­vester bin ich nach South Bend zu einem

Serhat Kizilhan und Gastfamilie (privat)

Serhat Kizilhan und Gastfamilie (privat)

Freund aus Panama gefahren, wo wir eine Silvester­party mit anderen Austausch­schülern aus der ganzen Welt hatten. Drei Tage nach Silves­ter, an meinem Geburtstag, wur­de ich von meinen Gasteltern überrascht. Sie hatten extra für mich eine Überraschungsparty organisiert und luden alle meine Freunde ein. Das war wirklich cool, hätte nicht gedacht, dass sie sich so viele Gedanken über mich machen würden. Im März war wieder ein Familienausflug angesagt und wir fuhren nach Dallas/Texas. Während meine Freunde in Goshen Schnee schaufeln mussten, sind wir bei 30 Grad durch Texas gereist. Nach zwei Tagen Roadtrip sind wir im Anschluss zurück auf dem Weg nach Indiana, vorbei an Mississippi, Kentucky, Ten­nessee, Missouri und Illinois gefahren. Ein persönliches Er­eignis, war der Ausflug mit 80 Austauschschülern und „Belo USA“ im April nach New York City. Endlich konnte ich die ganzen Sehenswürdigkeiten wie Central Park, das Rocke­feller Center, den Time Square, das Empire State Building und die Freiheitsstatue hautnah er­leben. Im Anschluss haben wir uns „das Phantom der Oper“ an der Broadway Show ange­sehen. Nach der Show, auf meinem Weg zur 5th Avenue ins Restaurant habe ich Tom Hanks gesehen, der aus einer anderen Broadway Show kam. Auf dem Programm standen noch die beste Tanzschule der Welt und viele bekannte Muse­en. Später fuhren wir nach Phi­ladelphia. Natürlich durfte ich mir die berühmte Rocky- Trep­pe aus dem Film „Rocky“ und die Statue von ihm nicht ent­gehen lassen. In Washington DC haben wir ebenfalls einen Halt gemacht. Das Weiße Haus und das Museum aus dem Film „Nachts im Museum“ durften auf meiner Liste nicht fehlen. Ebenso eine Erfahrung, welche unvergesslich bleibt vor allem für einen Motorfan wie mich- Eine der größten Autorennstre­cken der Welt in Indianapolis zu sehen. Anfang Juni ist noch eine Reise nach Ohio zu Cedar Point geplant, eine der weltweit besten Parks mit den schnells­ten Achterbahnen der Welt, sowie eine Klassenfahrt nach Tennessee und North Carolina wo Bungeejumping und Skydi­ving auf dem Plan steht.

Serhat Kizilhan am Empire State Building (privat)

Serhat Kizilhan am Empire State Building (privat)

Ein Fazit zum Austauschjahr zu ziehen, ist nicht einfach. Fakt ist, es war eine Erfahrung, die man mit keiner anderen vergleichen kann und die mit nichts ande­rem zu ersetzen ist. Andere, die selber ein Jahr im Ausland ver­bracht hatten, meinten immer zu mir, sie hätten sich sehr ver­ändert. Wie sehr ich mich tat­sächlich verändert habe, werde ich erst merken wenn ich wie­der zu Hause in Celle bin. Am besten gefallen, haben mir die Großstädte in den USA und die Tage, die ich mit den anderen Austauschschülern verbringen durfte. Hätte ich die Chance al­les nochmal von vorne zu ma­chen, würde ich alles gleich ma­chen, denn ich hatte so ziemlich ein perfektes Jahr im Ausland!

Trotzdem freue ich mich wieder zu Hause zu sein, da wo es be­kanntlich am Schönsten ist.”

Habt ihr etwas zu erzählen?

Spannend und interessant dieses Auslandstagebuch. Die junge Seite soll aber viel mehr werden. Schreibt ihr Gedichte, Kurzgeschichten, oder malt ihr? Her mit Euren Beiträgen. Nur durch euch wird diese Seite eine echte junge Seite. Mailt unter t.burunacik@lalish-dialog.de

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