Die Bedeutung von Träumen im Esidentum

Eine Gedankenreise ins Unterbewusstsein

traumdeutungSie sind nicht fassbar und meist nur ein fiktives Erlebnis im Schlaf- Träume. Jeder Mensch träumt, auch wenn man sich nicht immer daran erinnern kann. Oft werden Gefühle, Er­lebnisse oder Erfahrungen, die uns im Alltag begegnen in Traumbildern verarbeitet. Biolo­gisch gesehen sind Träume nur ein Verarbeitungsprozess des menschlichen Gehirns. Doch welche Bedeutung steckt wirk­lich hinter diesem Phänomen, welches uns in jeder Nacht be­gegnet.

Sind es nur Wunschvorstel­lungen, die wir in unserer Ge­genwart nicht haben können? Oder können wir doch Anhand von Symbolen und Bildern un­sere Zukunft sogar bis hin zum Tod vorhersehen? Wie wird diese schwere, individuelle und meist nicht fassbare Thematik im Esidentum behandelt?

In der Rubrik „ Traumdeutung“ möchten wir dieser Frage nach­gehen. Dazu möchten wir ano­nym die Träume unserer Leser/ innen, seien sie positiv oder ne­gativ behandeln. Für Antworten stehen uns Experten zur Seite wie Pîr Faqîr, Merwan Babire, ein Sheikh, sowie unsere esi­dische Psychologin.

Dieses Erlebnis begegnete einem unserer Leser im Traum:

„Ich war in einer leeren Ge­gend, wo es keine Pflanzen oder Tiere gab. Nur Massen von Menschen, die um mich herum waren. Wo bin ich nur, fragte ich mich die ganze Zeit? Auf ein­mal zeigten alle mit dem Finger Richtung Himmel und schrien laut, da ist er, da ist er. Ich sah nur wie eine engelsgleiche Gestalt sich am Himmel fort­bewegte. Ich hörte wie sie alle den Namen Tawisî Melek rie­fen und in eine Richtung liefen und plötzlich vor einem großen verschlossenen Tor stehen blie­ben, wo der Engel verschwand. Niemand hatte den Mut einen Schritt weiter zu gehen und dieses gigantische Tor zu be­gehen. Auch ich überlegte und zögerte doch mein Verstand sagte mir ich soll es machen. Niemand traut sich dann will ich der erste sein. Laut schrie ich in die Menge: „Geht zur Seite und bi qeweta Xwedê û Ta­wisî Melek“, also mit der Kraft und Hilfe von Gott und Tawisî Meleks“. Plötzlich öffnete sich das Tor und ich ließ die Mas­sen von Menschen hinein. Eine Welt öffnete sich mir, die ich bis dato noch nie gesehen hatte. In Worte nicht fassbar und unbe­schreiblich schön. Ich atmete den Duft von Natur ein. Doch vielmehr interessierte mich wo die Gestalt des Engels ver­schwand und ich näherte mich dem Innenraum des Tempels. Ich sah einen weiß bekleideten Mann, der auf dem Boden saß und eine rote Kugel in der Hand hielt, die sich drehte. Ich fragte ihn wer er sei und er sah mich an und sagte: Ich bin der stell­vertretende der Welt“. Ich war verwundert und fragte: „Wirklich von der ganzen Welt?“Ja, versi­cherte er mir. Jedes Mal, wenn er mit mir sprach nahm sein Ge­sicht eine menschliche Gestalt auf. Sprach er nicht, sah er aus wie ein gesichtsloser Mensch nur mit einer Seele versehen. Als ich nach Tawisî Melek frag­te, riet er mir weiter zu laufen und ich würde ihn irgendwann begegnen.“

Mögliche Antworten diesen Traum zu deuten:

Pîr Faqîr äußert sich wie folgt: „ Die Tür, die du im Traum geöff­net hast, könnte das Paradies sein, wie wir es uns im Esiden­tum vorstellen. Der heilige Ort, indem nur die guten Menschen mit einer reinen Seele gelan­gen. Der Mann in dem weißen Gewand könnte die Gestalt von Tawisî Melek sein, der die Welt­kugel in seiner Hand hielt“.

Merwan Babire nimmt den Traum sehr positiv wahr: „ Im Esidentum haben Träume eine wichtige Bedeutung. Sollte man in seinem Träumen einem En­gel begegnen wie hier beschrie­ben, so heißt es, dass du einen guten Weg im Leben gehen wirst und durch gute Taten im Leben im Paradies ankommen wirst.“

Was sagt Ihr zu diesem Traum und wie seht Ihr der Begegnung entgegen? War es wirklich Ta­wisi Melek und das Paradies?

Schreibt mir Eure Gedanken unter M.barispek@lalish-dialog. de

»Murad Barispek & Maver Kolosoglu

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